HAUS DER BARMHERZIGKEIT - PFLEGEKRANKENHAUS TOKIOSTRASSE – WIEN 22 - 2003-2006

 

Es war die Aufgabe ein geriatrisches Pflegekrankenhaus nach den neuesten Erkenntnissen und den durch Erfahrung geformten sehr fortschrittlichen Vorstellungen des Auftraggebers zu planen. Es war jedoch die Aura eines lebensbejahenden Wohnhauses gewollt, da Patienten primär Bewohner sind. Sie sind im Haus, um zu wohnen und zu leben, und erst danach kommt die Notwendigkeit der Pflege und der medizinischen Betreuung. Die Stimmung des Hauses darf nicht jene eines Spitals sein – es war an uns, eine neue, positive, lebensfrohe, anti-spitalige Atmosphäre zu schaffen. Die architektonische Gestaltung ist von größter Wichtigkeit, nur wollte sie nicht allzu vordergründig sein. Das neue Haus muss wie eine kleine Welt oder ein Dorf für sich sein, mit möglichst interessanten räumlichen Erlebnissen. Für Architekten ist es ehrenhaft, an einem sozialen Projekt dieser Art zu arbeiten. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen war bei diesem Projekt das Maß der Dinge und nicht individuelle Interessen und Eigendünkel. Entwicklung und Entwurf dieses Bauwerkes waren ein iterativer, flexibler Prozess, in dem die Wünsche und Vorstellungen der Bewohner, des Pflegepersonals, der Ärzte und anderer Gruppen nach kluger Kanalisation eingearbeitet und modifiziert werden konnten, ohne dass ein Konsens erzwungen worden wäre. Vielmehr entstand das Gefühl, dass für alle Beteiligten die beste Lösung geschaffen wurde.

Projekt: Haus der Barmherzigkeit - Pflegekrankenhaus Tokiostrasse
Auftrag als Peichl & Partner ZT GmbH
Ort: 1220 Wien
Jahr: 2003 - 2006
Entwurf & Projektleitung: Christoph Lechner
Mitarbeit: Katharina Fröch, Bernhard Müllner, Reto Schindler, Sandra Abheiter, Georg Wizany, Caroline Russo
 
Geriatrisches Pflegekrankenhaus mit 270 Betten, Untersuchungsbereich, Therapiebereich, multifunktionalen Seminarräumlichkeiten, Verwaltung, Café, Kindergarten, 52 PKW-Stellplätzen und Therapiegarten
 
BGF: 20.150 m2
Pflegekrankenhaus Tokiostrasse | 1220 Wien | 2003 - 2006