TOSCANAHOF – WOHNEN, BÜROS, GESCHÄFTE - WIEN 4 - 2002-2005

 

Der Toscanahof entwickelte sich im Laufe der Entwurfsarbeit zu einem janusköpfigen Geschöpf. Während sich das Gesicht zur Argentinierstraße bauplastisch-gläsern-elegant präsentiert, ist jenes zum Park hin, in Siena-Rot gehalten, wohnlich und freundlich. Im rigiden Korsett der Baulücke in diesem Stadtkontext war hier einer der Ansprüche, die Haut des Bauwerkes zur Argentinierstraße im Spiel der Gesimse, Atlanten, Giebel, Faschen etc. der angrenzenden Bauten aus dem 19. Jahrhundert nicht durch Flachheit kapitulieren zu lassen. Durch die ondulierte, plastische Fassade kommt ostentative Würde und ein lebenslustiges Selbstbewusstsein zum Ausdruck. 

Der Sockel des Bauwerks zur Argentinierstraße, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss, ist eine plane Aluminium-Glas-Konstruktion, welche die Bay Windows erhebt und bedeutend macht. Die Dachlandschaft ist terrassiert ausgeformt und durch Lichttürme mit steilem, geknicktem Pultdächern markiert, die Tageslicht durch das großzügige Stiegenhaus bis ins Erdgeschoss strömen lassen. In der geografischen Mitte des Hauses liegt das mit rotem Porphyr verkleidete Foyer. Der Luftraum des Foyers erstreckt sich vertikal bis zum mittleren Lichtturm der Dachlandschaft. Kreuzende Brücken im zentralen Lichthof, welche die Stiegenhaushälften auf theatralische Weise verbinden, sind das besondere Moment in den allgemeinen Teilen des Hauses. Die Grundrisse der Wohnungen sind einfach und additiv gegliedert.

Projekt: Wohnbau Toskanahof
Ort: 1040 Wien
Jahr: 2002-2005
Entwurf: Christoph Lechner
Projektleitung: Christoph Lechner
Mitarbeit: Bernhard Müllner, Reto Schindler, Katharina Fröch, Georg Wizany, Sandra Abheiter
 
In Kooperation mit Architekt Werner Krakora im Bereich Ausführungsplanung
 
Frei finanzierter Wohnbau, 55 Wohnungen, Büros, Geschäfte, 174 PKW Stellplätze in zwei Tiefgeschossen
Toskanahof | 1040 Wien | 2002-2005